Vor dem ersten Spatenstich
Arbeitsvorbereitung und Erkundung
Viele Leitungsschäden lassen sich vermeiden, bevor der Bagger überhaupt ansetzt. Eine gute Arbeitsvorbereitung beginnt deshalb mit der Frage, welche Netzanlagen im Arbeitsbereich liegen und wie ihr tatsächlicher Verlauf festgestellt werden kann.
Vor Arbeitsbeginn sollten die erforderlichen Netzauskünfte und Lagepläne vorliegen. Ebenso wichtig sind aktuelle Kontaktdaten der Netzbetreiber für den Fall, dass während der Arbeiten etwas Unvorhergesehenes passiert. Die Unterlagen müssen auf der Baustelle verfügbar sein.
Ein Plan allein genügt jedoch nicht immer. Leitungen können anders liegen als eingezeichnet oder sich in Tiefe und Verlauf verändert haben. Deshalb muss die Situation vor Ort geprüft werden. Je nach Arbeitsstelle kommen dafür Ortungsgeräte, Suchschlitze oder eine vorsichtige Freilegung von Hand infrage.
Auch Hinweise an der Oberfläche können wichtig sein, zum Beispiel Schachtdeckel, Markierungen oder Warnbänder. Sie geben Anhaltspunkte für vorhandene Leitungen und dürfen nicht einfach entfernt oder verändert werden. Taucht eine Leitung auf, mit der niemand gerechnet hat, müssen die Arbeiten zunächst gestoppt und die Situation geklärt werden.
- Netzauskünfte und Lagepläne beschaffen
- Notfallkontakte bereithalten
- Leitungsverlauf vor Ort überprüfen
- Ortung, Suchschlitze und Handschachtung situationsgerecht einsetzen
Wichtig für die Praxis: Pläne sind eine wichtige Grundlage, ersetzen aber nicht die sorgfältige Erkundung der tatsächlichen Situation vor Ort.